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Das Rheinland unter den Franzosen

1794 - 1815

Die Auswirkungen der Französischen Revolution haben das Rheinland früher erreicht und nachhaltiger geprägt als andere Teile Deutschlands und Europas. Seit dem Herbst des Jahres 1794 bildete der Rhein faktisch die Grenze zwischen dem französisch besetzten linken Rheinufer und dem übrigen Deutschland. Bis 1797 hatte man allerdings in Paris noch keine klare Vorstellung davon, was mit diesem eroberten Gebiet geschehen sollte. Es blieb bei einem militärischen Besatzungsregime, dessen primäres Ziel die Ausplünderung des Landes war.

Nachdem Frankreich im Frühjahr/Sommer 1797 vorübergehend beabsichtigte, auf dem linken Rheinufer eine formell selbständige "Cisrhenanische Republik" zu errichten, brachte der am 17. Oktober 1797 zwischen dem deutschen Kaiser und Frankreich geschlossene Friede von Campo Formio eine Wende: Die in dem Friedensvertrag enthaltene Anerkennung der Rheingrenze seitens des Kaisers ließ es nun geboten erscheinen, das gesamte linke Rheinufer dem französischen Staatsgebiet einzuverleiben, wie dies im Falle Belgiens bereits 1795 geschehen war. Anfang November 1797 begann der zuständige französische Generalkommissar Rudler mit der administrativen Umgestaltung des Landes nach französischem Vorbild.

Karte über Mitteleuropa bei Beginn der Französischen Revolution

Man gliederte das Rheinland in vier Départements (Roer, Rhein-Mosel, Saar und Donnersberg), denen auf den nachgeordneten Verwaltungsebenen die Arrondissements (Bezirke) und Munizipalitäten (Gemeinden) folgten. Nach und nach wurden auch alle sonstigen Gesetze und Verordnungen, wie sie in Innerfrankreich bereits galten, auf das Rheinland übertragen. Ihre völkerrechtliche Anerkennung erfuhr die Annexion des linken Rheinufers schließlich im Frieden von Lunéville (09.02.1801).

Zwar blieben die leitenden Beamten auf der Ebene der Départements (Präfekten) in der Regel Franzosen, doch ergab sich auf allen nachgeordneten Ebenen auch für Deutsche eine gewisse Möglichkeit zu politischer Mitgestaltung. In erster Linie galt dies für die sog. Höchstbesteuerten, die auch als „Notable" bezeichnet wurden. Die letztlichen Entscheidungen fielen allerdings immer in Paris, wo seit 1799 Napoleon die Fäden in der Hand hielt (Erster Konsul, ab 1804 Kaiser).

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