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Erster Weltkrieg

Der "Schlieffen-Plan" oder eine militärische Lösung anstatt politischer Klugheit

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. setzte die vorausschauende Bündnispolitik Bismarcks, die das Deutsche Reich vor einer politischen "Einkreisung" bewahren sollte, nicht fort. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges sah sich Deutschland daher in einen Zweifrontenkrieg verwickelt.

Was politisch versäumt worden war, musste nun mit militärischen Mitteln erreicht werden.

Bevor ein Angriff des als schwerfällig angesehenen zaristischen Russlands zum tragen kommen sollte, beabsichtigte der Generalstab, das französische Heer mit einer weiträumigen Umfassungsbewegung durch das neutrale Belgien, über Nordfrankreich um Paris herum gegen die eigene Südflanke zu drücken und in einer Art überdimensionalem "Cannae" einzukesseln. Entworfen hatte diesen Plan bereits 1905 der bis zu seinem Tode amtierende Chef des deutschen Generalstabs, Generalfeldmarschall von Schlieffen (1833-1913).

Sein Nachfolger Generaloberst Hellmuth von Moltke führte diesen Plan 1914 allerdings nur in einer abgeschwächten Form aus. Er glaubte, dass die ursprünglichen Planungen die deutschen Kräfte überfordern würden, zudem zwang ihn der überraschend schnelle Vorstoß russischer Truppen nach Ostpreußen, eigene Kräfte von der Westfront abzuziehen. 

Dies führte neben anderen Gründen zur Niederlage der deutschen Truppen an der Marne, zum Rückzug und schließlich zu einem bis 1918 dauernden zermürbenden Stellungskrieg.

Die Doktrin des Schlieffen-Plans sollten sich für das Rheinland bereits vor dem Ersten Weltkrieg verkehrstechnisch und infrastrukturell prägend auswirken.

Denn um einen raschen Aufmarsch zu gewährleisten wurde die Eifel von einem Netz strategisch wichtiger Eisenbahnlinien durchzogen. Vorhandene Bahnlinien sollten von zwei auf vier Gleise erweitert werden. Dies betraf die 1877 eröffnete Moselstrecke Trier - Koblenz - Metz ebenso wie die Strecke durch das Ahrtal. Bei beiden Bahnlinien errichtete die preußische Eisenbahnverwaltung Tunnel- und Brückenbauwerke. Die Erweiterungen sollten jedoch nie in Betrieb gehen. Eines der Tunnelbauwerke im Ahrtal  diente der Bundesrepublik als der sog. Regierungsbunker.

Zusätzlich wurden neue Eisenbahnbrücken über den Rhein errichtet, etwa die Brücke bei Remagen, die später im Zweiten Weltkrieg eine berühmte Rolle spielen sollte.
Zu der am 01. 06.1871 offiziell eröffneten Eifelbahn Köln-Trier wurden u. a. aus weitgehend strategischen Gründen gebaut und eröffnet:

1915, also bereits während des Ersten Weltkrieges, wurde noch die im Jahr 1910 von Erdorf nach Bitburg geführte Bahnlinie über Wolsfeld und Irrel bis Igel an die Strecke Trier - Luxemburg erweitert. 

Um bereits genügend Truppen vor Ort zu haben, vergrößerte das preußische Heer ihre Garnisonsstädte im Rheinland, wie etwa Köln, Aachen, Koblenz und Trier durch zahlreiche Kasernenneubauten. Noch im Jahr 1913 wurden in Trier zwei Kasernen errichtet für neu geschaffene Jägerregimenter zu Pferde, die die bewegliche Kavallerie verstärken und einen schnellen Vormarsch ermöglichen sollten. 

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