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Konzentrationslager (KZ) als Instrumente der Unterjochung und Beseitigung von Gegnern sind keine deutsche Erfindung. Es gab und gibt sie in allen totalitären Systemen. Die menschenverachtenden Naziideologen bedienten sich dieser "KZs" ursprünglich, um Regimegegner mit Terror zu verfolgen. Später entwarfen sie ein System für die planmäßige Vernichtung ganzer Völker. Die Häftlinge waren der brutalen Willkür und der Erniedrigung der Wachmannschaften schutzlos ausgeliefert. Lange und harte Arbeit, völlig unzureichende Ernährung, Schikanen, stundenlange Appelle, medizinische Experimente, Seuchen und willkürliche Hinrichtungen führten zum kalkulierten Tod. Der auf der Wannseekonferenz beschlossenen Vernichtung der europäischen Juden folgten Deportationen in Vernichtungslager wie Auschwitz, Treblinka und Mejdanek. Schätzungen gehen von 7,2 Millionen KZ-Häftlingen aus, von denen nur etwa 500 000 überlebten.
Das Leben in einem solchen Lager schildert eine Augenzeugin:
"Wir wurden in eine Baracke gebracht. Es war schon stockdunkel ... Eine einzige Birne baumelte an einer kurzen Schnur von der Decke. Auf jeder Seite gab es dreißig Doppelkojen. Jeder Platz war sechzig Zentimeter breit. Die Kojen hatten als Boden nur lose Lattenroste und jeweils eine Decke. Zu zweit bekamen wir eine Koje. Eine schrille Trillerpfeife weckte mich. Mit wüsten Beschimpfungen wurden wir vor die Baracken getrieben. Es war vier Uhr morgens, stockdunkel und wir mussten zum Appell antreten. ... Die Aufsicht führte Maria, eine Russin, und wüst wie ein Droschkenkutscher. Sie verteilte auch die Kelle 'Kaffee', eine undefinierbare, hellgraue Brühe. Sie war lauwarm und stellte gleichzeitig Frühstück und Waschwasser dar. Alle gaben mir davon ein bisschen ab, damit ich auf der Latrine meine Wäähe waschen konnte. Es war ekelhaft."
(Sherman, Hilde, ehemals wohnhaft in Mönchengladbach, Zwischen Tag und Dunkel, Frankfurt a.M. 1993, S. 131f.)