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Flottenrivalität mit England, Streben nach Weltmacht, enge Verbundenheit mit dem Vielvölkerstaat Österreich und politisches sowie diplomatisches Versagen führten unaufhaltsam in den Ersten Weltkrieg. Die maßlose Selbstüberschätzung des Militärs zog schließlich eine Katastrophe von bisher ungeahntem Ausmaß nach sich. Materialschlachten, Grabenkämpfe, Nervengas. Mann rammte Mann das aufgepflanzte Bajonett in den Leib. Jeden Tag, jede Stunde und jede Minute stand der Tod vor Augen.
Ein Kriegsteilnehmer berichtete:
"Hier herrscht wirklich der Tod, der völlige Tod. Eine Granate an der anderen saust in die Erde hinein. Vor uns steigt dunkel und drohend der Hang empor. Da stockt der Fuß vor einer Gruppe Gefallener. Kreuz und quer liegen sie beieinander. … Schmutzige, zerrissene Brotbeutel, zerbeulte Helme, eingedrückte Feldflaschen, zerrissnes Koppelzeug, durchlöcherte Kochgeschirre, verrostete Seitengewehre, alles wirr durcheinander, dazu Blindgänger, blutig zerfetzte Leichen, mit zerschmetterten Köpfen, abgerissene Gliedmaßen: Das ist das Bild, das sich hier uns in grauenerregender Weise bietet … ."
(Der bayrische Soldat Ludwig Maier vor Verdun, aus: Millenium-Chronik. Das 20. Jahrhundert, Tandem-Verlag Königswinter, CD-ROM)