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Synonym der Industriellen Revolution war das Ruhrgebiet, welches sich über das nördliche Rheinland und das südliche Westfalen erstreckt. Der Bau des ersten Tiefschachts erschloss 1837 die Förderung großer Mengen Steinkohle. Kohle und der aus ihr gewonnene Koks wurden zum entscheidenden Energieträger für die Eisen- und Stahlerzeugung. Mit dem Anstieg des Steinkohleabbaus stieg auch die Roheisenproduktion. Der enorme wirtschaftliche Aufschwung des Ruhrgebiets zog weiterverarbeitende Industrien an. Diese siedelten aus vorindustriellen Gebieten, wie z.B. der Eifel, in das neue Ballungsgebiet um. An den Rändern der Städte entstanden zahlreiche Unternehmen, welche Eisen verarbeiteten. Als Arbeiter wurden zunehmend Polen angeworben, die den Charakter des Ruhrgebiets prägten und noch prägen. Viele Familiennamen im Ruhrgebiet enden auf -ski oder -rek , ein Indiz für die ursprünglich polnische Abstammung.

In einer Chronik von 1911 heißt es über die Anwerbung:
"Auf den hiesigen Gruben bestand bald wieder Mangel an Arbeitern. Es schien den Bergwerksbesitzern das Beste, noch einmal einen Agenten nach Oberschlesien zu senden, … . Aber die scharten sich nicht mehr in so großen Mengen um ihn wie früher, er konnte nur 200 Bergleute nach Bottrop bringen. Die Ankunft der … Arbeiter fiel in das Jahr 1875. In dem gleichen Jahr begannen diejenigen Arbeiter, die schon länger in Bottrop wohnten, ihre Familien aus der Heimat in die Fremde zu holen. … mit diesem Jahr, in dem die polnischen Familien im Herzen Deutschlands zu leben begannen, begann das hiesige Polentum seine Existenz wie eine Pflanze in fremder Erde."
(Kleßmann, Christoph: Polnische Bergarbeiter im Ruhrgebiet 1870 – 1945. Soziale Integration und nationale Subkultur einer Minderheit in der dt. Industriegesellschaft, Göttingen 1978, S. 38.)

Alfred Krupp ist einer der großen Pioniere des Industriezeitalters. Mit 14 Jahren übernahm er die Geschäftsleitung der hoch verschuldeten, von seinem Vater gegründeten Gussstahlfabrik. Unter seiner Führung wuchs die Firma zu einem Industrieunternehmen mit weltweitem Ansehen. 1852 entwickelte er den nahtlosen, höhere Geschwindigkeiten zulassenden Eisenbahnreifen. 1861 folgte die Konstruktion des Riesendampfhammers „Fritz". Seit den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts machte Krupp als „Kanonenkönig" von sich reden. Seine aus Stahl gegossenen Geschütze verdrängten die bisherigen Bronzekanonen. Die Überlegenheit der Kruppschen Kanonen wurde im deutsch-französischen Krieg 1870/71 deutlich.
Nach Kriegsende bemerkte er in einer Denkschrift an den deutschen Kaiser:
„Wir leben jetzt in der Stahlzeit. Das Eisenbahnwesen, Deutschlands Größe, Frankreichs Sturz, fällt in die Stahlzeit. Die Bronzezeit ist dahin, sie hat aufgehört das Material des Krieges zu sein, sie hat fortan eine mildere Bestimmung, sie möge dienen, vom ersten Siegesdenkmal an, zu Monumenten großer Ereignisse, großer Thaten und großer Männer, … , und was von den eroberten Kanonen nicht so consumirt wird, möge mit vergriffener Kupfermünze legirt, zur Scheidemünze geprägt werden … ."
(Gall, Lothar: Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums, Berlin 2000, S. 161f.)