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Berühmt ist das landwirtschaftliche Rheinland nicht nur für seinen Wein, sondern auch für Weizen-, Braugerste-, Gemüse- und Zuckerrübenanbau. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts steckte die Landwirtschaft in einer tiefen Krise. Sie war kaum in der Lage, die notwendigen Bedürfnisse einer wachsenden Bevölkerung zu decken. Hungerkrisen waren die Folge.
Mit der Industrialisierung setzte auch hier der Aufschwung ein. Der Einsatz moderner Maschinen führte zu höherer Produktivität. Außerdem steigerten Kunstdünger oder auch Zuchtprogramme die Erträge in bis dahin unbekanntem Maße. Neue Erkenntnisse, gewonnen unter anderem an der 1847 gegründeten landwirtschaftlichen Lehranstalt in Bonn, veränderten die landwirtschaftlichen Produktionsmethoden. Die Zeit der Hungersnöte war vorbei.
Das Experimentieren mit neuartigen Düngemethoden schildert die Passage aus einer landwirtschaftlichen Zeitschrift von 1862:
"Welche Erfahrungen sind gemacht über Düngung der Weinberge mit Beinschwarz aus der Zuckerfabrik. Herr Linz berichtet, er habe … zum Versuche einen alten, seit langen Jahren nicht mehr gedüngten Weinberg in zwei Theile geteilt und die eine Hälfte mit jenem Beinschwarz gedüngt, die andere ohne Dünger gelassen; die mit Beinschwarz gedüngte Hälfte habe sich durch stärkere Entwicklung und dunklere Farbe des Laubes vor dem anderen ausgezeichnet."
(Zeitschrift des landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen, 1862, S.1f.)