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Gegen Mitte der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts begann die Massenauswanderung aus dem Rheinland. Die ungleiche Verteilung der öffentlichen Lasten und die Auswirkungen der zunehmenden Industrialisierung trieben viele Handwerker, Tagelöhner und Kleinlandwirte in den Ruin.
In den Ballungszentren der neuen Industriegebiete verschlechterte sich die soziale Lage der Arbeiter zusehends. Die Auswanderungswelle in die Vereinigten Staaten von Amerika setzte ein. Agenten begannen mit der strukturierten Organisation der Auswanderung. Mit dem "Redemptioning" ebneten sie mittellosen Kunden den Weg an Deck der zahlreichen, ausgebuchten Auswandererschiffe. Das Redemptioner-System ermöglichte, die Kosten der Schiffspassage später in Amerika abzuarbeiten. Bremerhaven entwickelte sich zum bedeutendsten deutschen Auswandererhafen.
Die Bedeutung der Auswanderung über Bremen-Bremerhaven unterstreicht eine zeitgenössische Beurteilung:
"Die Bremische Rhederei ist basirt auf dem Auswandererverkehr, der letztere ist die Triebfeder des ersteren, und wiederum ist das Blühen der Rhederei eine Vorbedingung der Existenz des Bremischen Großhandels. Dies lehrt die neuere Handels - Geschichte. Seit wann datirt sich der Flor des Bremischen Handels? Seit der Vergrößerung der Handelsflotte! Und wann entstand sie und wuchs sie zur jetzigen Größe? Als der reiche Strom der deutschen Auswanderer sich über Bremen ergoß, und goldenen Spuren seines Segens bei uns zurückließ."
(Werbeschrift für das Auswandererhaus in Bremerhaven, 30. November 1849, Archiv der Handelskammer Bremen AL 2 Bd. 1,